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Pflegekonzept
Unser Böhm-Pflegekonzept
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Der
Mensch lebt nicht vom Brot allein
Was hat ein Mensch davon, wenn er liegend im Akutkrankenhaus (oder Heim)
auf den weißen Plafond (Zimmerdecke) starrt und ab und zu eine physikalische
Maßnahme (wie z.B. Beine bewegen!) an ihm vollzogen bekommt? Wenn
ein Mensch seelisch gesehen im Rückzug ist und/oder sich selbst gegenüber
destruktiv (zerstörend) zu werden droht, wird ihm kaum die Kontrakturenprophylaxe
(Vorbeugung gegen Gelenkversteifung) als lebensrettende Maßnahme
erscheinen.
Es
wird ihm nicht der diätetische Milchbrei oder gar PEG-Sonde (künstliche
Ernährung) den Lebenswillen wieder geben und die Psychomotorik
neu entflammen lassen. Nein, ganz im Gegenteil, aber er wird sich der
Pflege
"ergeben" und mit regredierenden (rückzugsorientierten)
Verhaltensmustern auf seine Situation reagieren. Und dies ist nicht
verwunderlich, denn "der Mensch lebt nicht vom Brot allein",
wie selbst den Autoren der Bibel schon bekannt war! Er lebt aus seiner
Seele, aus seinen Antrieben, aus seinem "Elan vital" - oder
er vegetiert nur mehr dahin!
Mein
Modell zielt daher auf die primäre Wiederbelebung der Seele.
Letztere ist vor den Beinen zu re-aktivieren. Erst dann entwickeln sich
wieder neue Lebensmotive, und der Mensch beginnt erneut seinen Willen
und sein Wollen einzusetzen.
(Erwin Böhm)
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Ergänzende Erläuterung:
Diese "Wiederbelebung der Seele" wird vor allem durch den gezielten
Einsatz gefühlsorientierter, biographischer Aspekte erreicht. Die
Nutzung und Förderung der erhaltenen Ressourcen und Lebensbewältigungsstrategien
steht im Vordergrund des pflegerischen Handelns.
Sie
bestärkt den alten Menschen in seinen Fähigkeiten, in der
Wichtigkeit seiner Person und seiner ganz persönlichen Lebensphilosophie.
Die Umsetzung dieses Pflegemodells in die Praxis ist die Grundlage
für
den Umgang mit den uns anvertrauten alten Menschen.